Ausgewählte Bauvorhaben
Elbe, Heidenau (01809), Herstellen einer Hochwasserschutzmauer (Spundwand) gegen Elbehochwasser südlich der Müglitzmündung in Heidenau, links Kilometer 37,2 bis 39,3

 

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Gewässer

Elbe

Antragsteller/Begünstigter

Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen

Betrieb Oberes Elbtal

Am Viertelacker 14

01259 Dresden

Vorhabenszeitraum

2006 bis 2023

Bauzeit

2014 bis 2019

Baufirma

Echterhoff Bau GmbH

Förderzeitraum

2000 - 2006

FV-Ident-Nr.: 100682

Planung bis einschließlich Leistungsphase 3

Förderzeitraum

2007 - 2013

FV-Ident-Nr.: 100682030

Planung von Leistungsphase 4 bis 6

Förderzeitraum

2014-2020

FV-Ident-Nr.: 102796052

Planung ab Leistungsphase 7 und Bau

Ziel des Bauvorhabens

Mit der geplanten Maßnahme wird der Hochwasserschutz für den hochwassergefährdeten Bereich der Ortslage Heidenau südlich der Mündung der Müglitz in die Elbe sichergestellt.

Zusammenfassung des Vorhabens

Die Stadt Heidenau wurde bisher schon bei kleineren Hochwasserereignissen, etwa ab einem statistisch alle 20 Jahre zu erwartenden Hochwasser (HQ20), überflutet. Bei größeren Ereignissen ab einem sogenannten HQ50 wurden die Wohngebiete und die gewerblich genutzten Flächen zu großen Teilen überschwemmt.

Das Vorhaben setzt die aus dem Hochwasserschutzkonzept Elbe abgeleitete Maßnahme „Herstellung einer Hochwasserschutzlinie gegen Elbehochwasser südlich der Müglitzmündung in Heidenau (M 15 anteilig / M 16)“ um. Mit dem Vorhaben werden die Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete in Heidenau südlich der Mündung der Müglitz in die Elbe zukünftig bis zu einer statistisch einmal in 100 Jahren auftretenden Abflussmenge von 4.370 Kubikmetern pro Sekunde geschützt. Dies entspricht einem Wasserstand von 9,24 Meter am Pegel Dresden.

Das als hochprioritär eingestufte Vorhaben beinhaltet die Herstellung einer circa 2,5 Kilometer langen Hochwasserschutzlinie und Anlagen zur Binnenentwässerung. Es befindet sich auf der linken Elbseite von Elb-Kilometer 37,2 bis 39,3 und erstreckt sich vom Bereich „Pirnaer Straße/Am Niederhof“ entlang der Papier- und der Malzfabrik bis zur Naumannstraße.

Die Hochwasserschutzlinie besteht hauptsächlich aus einer Spundwand. Sie schließt im Bereich “Pirnaer Straße/Am Niederhof“ an hochliegendes Gelände an und wird im Bereich Hafenstraße in den bestehenden Deich der Malzfabrik eingebunden. Die Spundwand steht im Durchschnitt etwa einen Meter beziehungsweise wasserseitig maximal drei Meter frei über der Geländeoberkante. Zur optischen Aufwertung der Wand wurden in Teilabschnitten einige Gestaltungselemente berücksichtigt, wie zum Beispiel Pflanzstreifen, Verkleidungen in Natursteinmaueroptik oder auch Gabionen.

Zur vollständigen Funktion der Hochwasserschutzanlage ist neben der Errichtung der Hochwasserschutzwand auch die Herstellung von Anlagen zur Binnenentwässerung nötig, um das landseitig bei Elbehochwasser ansteigende Grundwasser zu beherrschen. Hierzu wurden im Bereich Malzfabrik, im Bereich Papierfabrik und am Pechhüttenbach drei Pumpwerke und ein Brunnen angeordnet sowie parallel zur Hochwasserschutzwand verlaufende Kanäle vorgesehen.

In der Planung mussten besondere naturschutzfachliche, denkmalpflegerische, technische und private Belange sowie die Grundwasserverhältnisse bei Hochwasser beachtet werden. So befindet sich das Vorhaben zum Teil im Landschaftsschutzgebiet und tangiert Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete) sowie das Europäische Vogelschutzgebiet. Zur naturschutzrechtlichen Bewältigung dieser Rahmenbedingungen wurden eine Umweltverträglichkeitsprüfung, ein landschaftspflegerischer Begleitplan, ein Artenschutzfachbeitrag sowie Erheblichkeitsabschätzungen zur Betroffenheit der Natura2000-Gebiete erstellt. Um das Erscheinungsbild von denkmalgeschützten Gebäuden nicht zu beeinträchtigen, wurden die entsprechenden Abschnitte der Hochwasserschutzwand gestalterisch aufgewertet.

Im Dezember 2014 begannen die bauvorbereitenden Baumfällungen im Baubereich. Umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Holzungen wurden bereits vorab in den Jahren 2012 und 2013 ausgeführt. Dabei wurden unter anderem auf beiden Elbseiten im Elbevorland 40 Fledermauskästen und 30 Nistkästen an verschiedenen Baumstandorten angebracht. In Heidenau-Großsedlitz wurden außerdem rund 70 Obstbäume gepflanzt. Weitere Ersatzmaßnahmen erfolgten im Zuge der Umsetzung der Bauabschnitte entlang der Anlage.

Die geplante Hochwasserschutzanlage umfasst die folgenden Bauabschnitte:

Karte mit bunt eingezeichneter Linie

Bauabschnitte der Hochwasserschutzmaßnahme

© Landestalsperrenverwaltung

 

Bauabschnitt Pirnaer Straße bis Villa Else

Länge knapp 780 Meter
Höhe über dem Gelände

circa 0,70 Meter bis 1,10 Meter

Bauzeit April 2015 bis September 2016

Der Abschnitt beginnt an der Pirnaer Straße auf Höhe des Haltepunktes Heidenau - Großsedlitz und endet am Abzweig des Elberadweges von der Pirnaer Straße. Hier wurden Spundwände eingebaut und auf der Wasserseite mit Gabionen verkleidet.

Aufgrund der veränderten Baubedingungen durch Rammhindernisse im Untergrund der Hochwasserschutztrasse musste die Technologie umgestellt und umfangreiche zusätzliche Leistungen zur Baugrubensicherung getätigt werden.

Nach dem Einbringen und Beschichten der Spundwandbohlen wurde wasserseitig ein Fundament für den Aufbau der Gabionen geschaffen. Die Gabionen und die ebenfalls vorgesehenen Grünstreifen stellen eine gestalterische Aufwertung der Hochwasserschutzanlage auf der Radwegseite dar. Landseitig erhielt die fertige Spundwand einen Farbanstrich.

 

Bauschild

Bauschild zum Bauabschnitt Pirnaer Straße bis Villa Else

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

asphaltierte Straße mit grünem Geländer rechts, daneben Böschung und Wasser, links graue Mauer und weißes Haus

Bereich Pirnaer Straße in Richtung Heidenau

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

Blick auf Straße von Mauer aus, links daneben Wiese, Büsche und Wasser

Bereich Pirnaer Straße in Richtung Pirna

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

EU-Schild

Erinnerungstafel

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

 

Bauabschnitt Villa Else bis Papierfabrik

Länge knapp 880 Meter
Höhe über dem Gelände

circa 1,10 Meter bis 1,50 Meter

Bauzeit November 2015 bis Oktober 2017

Zwischen der denkmalgeschützten Pension Villa Else und dem oberen Bereich mit Imbiss und Eisdiele schützt auf der gesamten Länge eine Spundwand vor Hochwasser. Im unmittelbaren Bereich der Villa wurde das Ufer erhöht und durch eine Stützwand aus Stahlbeton befestigt.

Entlang der gastronomisch genutzten Flächen sind in den oberen Teil der Hochwasserschutzwand Glaselemente eingebaut worden. So haben die Gäste der Eisdiele einen freien Blick auf die Elbe. Die Hochwasserschutzwand ist hier mit Sandsteinmauerwerk verkleidet. In diesem Bereich sind zwei Durchgänge durch die Hochwasserschutzwand angeordnet, die im Hochwasserfall mit Dammbalken verschlossen werden. Vor der Grundstücksgrenze der Villa Else bis zum Hochufer ist der Bau einer Spundwand sowie die Erhöhung und Profilierung des Ufers vorgesehen.

Entlang des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes der Dresdner Papier GmbH wird die Spundwand an der Wasserseite mit begrünten Gabionen optisch aufgewertet. Der 4,5 Meter breite Wartungsweg auf der Luftseite erhält eine Asphaltdecke.

 

Bauschild

Bauschild zum 1. Bauabschnitt von der Villa Else bis Papierfabrik

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

Straße mit Sandsteinmauer rechts daneben und mehreren Glasfenstern

Bereich Eiscafé Else

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

verschlossene Durchfahrt Elberadweg

Durchfahrt Elberadweg, Pirnaer Straße

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

Bauschild

Bauschild zum 2. Bauabschnitt von der Villa Else bis Papierfabrik

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

Blick auf Industriegelände mit Gebäude und alten Schienen, rechts zugewachsener Zaun

Bereich der Dresdner Papier GmbH vor dem Baubeginn

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

Blick in Industriegelände mit Fabrik, rechts neue Hochwasserschutzwand

Bereich der Dresdner Papier GmbH nach der Fertigstellung

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

Blick von Radweg auf alte Papierfabrik

Bereich Papierfabrik

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

 

Bauabschnitt Hafenstraße bis Naumannstraße

Länge circa 890 Meter
Höhe über dem Gelände

im Bereich Papierfabrik: bis 1,20 Meter

im Bereich Hafenstraße/Spundwandüberfahrt: bis 4 Meter

Bauzeit September 2017 bis Dezember 2018

Im Bereich Malteurop GmbH ist bereits ein Erddamm vorhanden. Er verläuft entlang der Elbe, knickt im Mündungsbereich der Müglitz in einem großen Bogen ab und verläuft dann parallel zur Müglitz. In diesem Bereich wird die Spundwand in den Erdkörper eingebracht um die nötige Hochwassersicherheit zu gewährleisten. Am landseitigen vorhandenen Fuß des Erdkörpers wird zur Unterhaltung der Böschungen und zur Verteidigung ein 3 Meter breiter weg angeordnet. Der Weg bindet an die vorhandene Betriebsstraße der Malteurop GmbH an.

Auf einer Länge von ca. 260 Metern parallel zur Müglitz, entlang der Grundstücksgrenze der Firma Gerüstbau Bindig bis zur Naumannstraße in Höhe der Grundstücksgrenze der Gerüstbau-Firma / Kleingartenanlage entsteht eine Spundwand, die die Böschung des rechten Müglitzufers sichert. Diese Maßnahme ist nötig, um zu vermeiden, dass der Elberückstau in die Müglitz bei HQ100 Elbe Schaden im bebauten Bereich rechts der Müglitz verursacht.

Die Spundwand wird unter Gelände eingebaut und erhält einen ein Meter breiten Unterhaltungsweg. Die Trassenführung wurde so geplant, dass so viele Bäume wie möglich erhalten bleiben können.

 

Bauschild

Bauschild zum Bauabschnitt Hafenstraße bis Naumannstraße

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

Bauarbeiten mit Bagger im Bereich Malzfabrik

Bereich Malzfabrik im Bau

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

Blick auf Malzfabrik von Wiese aus

Bereich Malzfabrik nach Fertigstellung

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

rechts ein Fluss, links davon eine Böschung auf der Bagger stehen

Bereich der Mündung der Müglitz in die Elbe während der Bauarbeiten

© Landestalsperrenverwaltung / Nick Stutzer

 

Kosten:

Die Gesamtkosten des Projektes im Förderzeitraum 2014 bis 2020 belaufen sich auf rund 27 Millionen Euro. Davon werden 80 Prozent über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und 20 Prozent durch den Freistaat Sachsen finanziert.

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Kontakt

Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen

Britta Andreas, Katrin Schöne

Lage

Ortslage Heidenau, südlich der Müglitzmündung in die Elbe

Pressemitteilungen

Pressemitteilung des SMUL vom 08.06.2015 Hochwasserschutz für Heidenau - Umweltminister Schmidt startet Bau des 15,5 Millionen-Euro-Projekts

Pressemitteilung vom 01.12.2014 Hochwasserschutzmaßnahmen in Heidenau werden vorbereitet - Baumfällungen im Baubereich nötig / Ersatzpflanzungen bereits erfolgt

Pressemitteilung vom 29.06.2012
Besserer Flutschutz für Heidenau - Landesdirektion Sachsen genehmigt Hochwasserschutzlinie / Baubeginn voraussichtlich 2013 (Gemeinsame Pressemitteilung der LTV und der Landesdirektion Sachsen)