Ausgewählte Bauvorhaben
Herstellung einer Hochwasserschutzlinie in Heidenau

Überblick

Gewässer Elbe
verantwortlicher Betrieb Oberes Elbtal
Bauzeit 2009 eingereicht zur Planfeststellung;
genehmigt per Planfeststellungsbeschluss vom 29.06.2012;
Bauausführung 2015 - 2018
Ziel des Bauvorhabens

Die Stadt Heidenau wird derzeit schon bei kleineren Hochwasserereignissen, etwa ab einem  statistisch alle 20 Jahre zu erwartenden Hochwasser (HQ20) überflutet. Bei größeren Ereignissen ab HQ50 werden die Wohngebiete und die gewerblich genutzten Flächen zu großen Teilen überschwemmt.

Das Hochwasserschutzkonzept der Elbe sieht einen Schutz der Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete in diesem Bereich vor einem Hochwasser mit einem Wasserstand von 9,24 m am Pegel Dresden bei einem Durchfluss von ca. 4.370 m³/s (entspricht HQ100) vor. Die Landestalsperrenverwaltung plant daher die Umsetzung einer Hochwasserschutzlinie im Bereich südlich der Müglitzmündung entlang der Elbe und dem Mündungsbereich der Müglitz.

Übersichtskarte 

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union kofinanziert.

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Erläuterungen zum Projekt

Die geplante Hochwasserschutzlinie wird hauptsächlich aus einer Spundwand bestehen. Sie schließt im Bereich Niederhof an hochliegendes Gelände an und wird im Bereich Hafenstraße in den bestehenden Deich der Malzfabrik eingebunden. Im Durchschnitt wird die Spundwand etwa einen Meter (max. 3 Meter - wasserseitig) frei über der Geländeoberkante stehen. Zur optischen Aufwertung der Wand sind in Teilabschnitten einige Gestaltungselemente geplant, wie z. B. Pflanzstreifen, Verkleidungen in Natursteinmaueroptik oder auch Gabionen.

Zur vollständigen Funktion der Hochwasserschutzanlage ist neben der Errichtung der Hochwasserschutzwand auch die Herstellung von Anlagen zur Binnenentwässerung nötig, um das landseitig bei Elbehochwasser ansteigende Grundwasser zu beherrschen. Hierzu ist die Anordnung von 3 Pumpwerken (Bereich Malzfabrik, Bereich Papierfabrik, Pechhüttenbach) sowie Kanäle welche parallel zur Hochwasserschutzwand verlaufen, vorgesehen.

In der Planung mussten besondere naturschutzfachliche, denkmalpflegerische, technische und private Belange sowie die Grundwasserverhältnisse bei Hochwasser beachtet werden. So befindet sich das Vorhaben zum Teil im Landschaftsschutzgebiet und tangiert FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat) sowie das Europäische Vogelschutzgebiet. Zur naturschutzrechtlichen Bewältigung dieser Rahmenbedingungen wurden eine Umweltverträglichkeitsprüfung, ein landschaftspflegerischer Begleitplan, ein Artenschutzfachbeitrag sowie Erheblichkeitsabschätzungen zur Betroffenheit der Natura2000-Gebiete erstellt. Um das Erscheinungsbild von denkmalsgeschützten Gebäuden nicht zu beeinträchtigen, wurden die entsprechenden Abschnitte der Hochwasserschutzwand gestalterisch aufgewertet.

Im Dezember 2014 begannen die bauvorbereitenden Baumfällungen im Baubereich. Umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Holzungen wurden bereits vorab in den Jahren 2012 und 2013 ausgeführt. Dabei wurden unter anderem auf beiden Elbseiten im Elbevorland 40 Fledermauskästen und 30 Nistkästen an verschiedenen Baumstandorten angebracht. In Heidenau-Großsedlitz wurden außerdem rund 70 Obstbäume gepflanzt. Weitere Ersatzmaßnahmen werden im Zuge der Umsetzung der Bauabschnitte entlang der Anlage erfolgen.

Die geplante Hochwasserschutzanlage umfasst die folgenden Bauabschnitte:

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Bauabschnitt Pirnaer Straße bis Villa Else (Bauzeit: April 2015 bis September 2016)
Länge knapp 780 Meter; Höhe über dem Gelände ca. 0,70 - 1,10 m

Der Abschnitt beginnt an der Pirnaer Straße auf Höhe des Haltepunktes Heidenau - Großsedlitz und endet am Abzweig des Elberadweges von der Pirnaer Straße. Hier wurden Spundwände eingebaut und auf der Wasserseite mit Gabionen verkleidet.

Aufgrund der veränderten Baubedingungen durch Rammhindernisse im Untergrund der Hochwasserschutztrasse mussten die Technologie umgestellt und umfangreiche zusätzliche Leistungen zur Baugrubensicherung getätigt werden.

Nach dem Einbringen und Beschichten der Spundwandbohlen wurde wasserseitig ein Fundament für den Aufbau der Gabionen geschaffen. Die Gabionen und die ebenfalls vorgesehenen Grünstreifen stellen eine gestalterische Aufwertung der Hochwasserschutzanlage auf der Radwegseite dar. Landseitig erhielt die fertige Spundwand einen Farbanstrich.

Querschnitt Bereich Pirnaer Straße

     Querschnitt Bereich Pirnaer Straße

Ansicht Hochwasserschutzmauer Heidenau, Pirnaer Str. ; Elbseite mit davor verlaufendem Elberadweg
Bereich Pirnaer Straße in Richtung Heidenau


Bereich Pirnaer Straße.JPG
Bereich Pirnaer Straße in Richtung Pirna

Bauabschnitt Villa Else bis Papierfabrik (Bauzeit: November 2015 bis April 2017)
Länge knapp 880 Meter; Höhe über dem Gelände ca. 1,10 - 1,50 m

Zwischen der denkmalgeschützten Pension Villa Else und dem oberen Bereich mit Imbiss und Eisdiele schützt auf der gesamten Länge eine Spundwand vor Hochwasser. Im unmittelbaren Bereich der Villa wurde das Ufer erhöht und durch eine Stützwand aus Stahlbeton befestigt.

Entlang der gastronomisch genutzten Flächen sind in den oberen Teil der Hochwasserschutzwand Glaselemente eingebaut worden. So haben die Gäste der Eisdiele einen freien Blick auf die Elbe. Die Hochwasserschutzwand ist hier mit Sandsteinmauerwerk verkleidet.

Querschnitt Bereich Villa Else
     Querschnitt Bereich Villa Else

Bereich Eiscafé Else.JPG
Bereich Eiscafé Else

Im Bereich der Pension Villa Else gibt es zwei Durchgänge: Der vorherige Zugang zur Pension bleibt erhalten und im Bereich der öffentlichen Zuwegung von der Pirnaer Straße zum Elberadweg entstand ein sechs Meter breiter Durchgang. Im Hochwasserfall werden diese Durchgänge mit mobilen Hochwasserschutzelementen verschlossen.

Durchfahrt Elberadweg Pirnaer Straße.JPG
Durchfahrt Elberadweg, Pirnaer Straße

Vor der Grundstücksgrenze der Villa Else bis zum Hochufer ist der Bau einer Spundwand sowie die Erhöhung und Profilierung des Ufers vorgesehen.

Entlang des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes der Dresdner Papier GmbH wird die Spundwand an der Wasserseite mit begrünten Gabionen optisch aufgewertet. Der 4,5 Meter breite Wartungsweg auf der Luftseite erhält eine Asphaltdecke.

Querschnitt Bereich Dresdner Papier GmbH
     Querschnitt Bereich Dresdner Papier GmbH

Bauabschnitt Hafenstraße bis Neumannstraße (Bauzeit: April 2017 bis Juni 2018)
Länge ca. 890 Meter; Höhe über dem Gelände im Bereich Papierfabrik bis 1,20 m, im Bereich Hafenstraße Spundwandüberfahrt bis 4,0 m

Im Bereich Malteurop GmbH ist bereits ein Erddamm vorhanden. Er verläuft entlang der Elbe, knickt im Mündungsbereich der Müglitz in einem großen Bogen ab und verläuft dann parallel zur Müglitz. In diesem Bereich wird die Spundwand in den Erdkörper eingebracht um die nötige Hochwassersicherheit zu gewährleisten. Am landseitigen vorhandenen Fuß des Erdkörpers wird zur Unterhaltung der Böschungen und zur Verteidigung ein 3 Meter breiter weg angeordnet. Der Weg bindet an die vorhandene Betriebsstraße der Malteurop GmbH an.

Spundwand im Bereich der Malteurop GmbH
     Spundwand im Bereich der Malteurop GmbH

Auf einer Länge von ca. 260 Metern parallel zur Müglitz, entlang der Grundstücksgrenze der Fa. Gerüstbau Bindig bis zur Naumannstraße in Höhe der Grundstücksgrenze der Gerüstbau-Firma / Kleingartenanlage entsteht eine Spundwand, die die Böschung des rechten Müglitzufers sichert. Diese Maßnahme ist nötig, um zu vermeiden, dass der Elberückstau in die Müglitz bei HQ100 Elbe Schaden im bebauten Bereich rechts der Müglitz verursacht.

Die Spundwand wird unter Gelände eingebaut und erhält einen ein Meter breiten Unterhaltungsweg. Die Trassenführung wurde so geplant, dass so viele Bäume wie möglich erhalten bleiben können.

Planung

Genehmigungsbehörde
Landesdirektion Dresden

Planungsbüro
Planungsgemeinschaft Hochwasserschutz Heidenau, iKD Ingenieur-Consult GmbH und Planungsgesellschaft Scholz + Lewis mbH

Technische Daten
 
MerkmalWert
Länge der Maßnahme ca. 2,5 km
Schutzziel
(schadloser Abfluss)
HQ100 (4.370 m³/s) - dies entspricht in Heidenau etwa dem Hochwasserereignis vom August 2002
Konstruktionsart Spundwand, teilweise verkleidet
Erhöhung der vorhandenen Anlage im Durchschnitt ca. 1 m über Geländeoberkante (max. 1,5 m) landseitig

 

Einschränkungen

Bauzeitlich ist eine Sperrung des Elberadweges erforderlich. Eine Umleitung wird rechtzeitig eingerichtet und ausgeschildert.

Kontakt

Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen

Britta Andreas, Katrin Schöne

Lage

Ortslage Heidenau, südlich der Müglitzmündung in die Elbe

Pressemitteilungen

Pressemitteilung des SMUL vom 08.06.2015 Hochwasserschutz für Heidenau - Umweltminister Schmidt startet Bau des 15,5 Millionen-Euro-Projekts

Pressemitteilung vom 01.12.2014 Hochwasserschutzmaßnahmen in Heidenau werden vorbereitet - Baumfällungen im Baubereich nötig / Ersatzpflanzungen bereits erfolgt

Pressemitteilung vom 29.06.2012
Besserer Flutschutz für Heidenau - Landesdirektion Sachsen genehmigt Hochwasserschutzlinie / Baubeginn voraussichtlich 2013 (Gemeinsame Pressemitteilung der LTV und der Landesdirektion Sachsen)